Nähen: Die ersten Schritte – Grundausstattung

Stellt euch einmal vor, wie schön es wäre, wenn man sich Sachen selbst aus ein bisschen Stoff zaubern könnte. Ein schnelles T-Shirt, ein Pulli oder eine neue Jogginghose? Servietten, Tischdecken, neue Kissen oder gleich ein kompletter Bettbezug?

Viele denken, dass wäre total schwierig. Aber das ist es zum Glück gar nicht.

Ich selbst war schon immer davon begeistert, was meine Freundin an tollen Schmuckstücken für sich und ihre Familie gezaubert hat. Aber selbst hatte ich irgendwie nie so den Plan, was ich da machen muss oder wie das überhaupt funktioniert.

Das hat mich aber trotzallem nicht davon abgehalten mir eine Nähmaschine zu kaufen, die dann auch gleich mal für ein paar Monate in ihrem Karton dahinsiechte. Denn irgendwie fehlte mir ein Plan und auch das Handwerkszeug zum erfolgreichen Nähen. Also „besuchte ich einen Schnellkurs“ (aka, man nerve seine Freundin so lange, bis sie einem alles Relevante zeigt) und schon habe ich mich selbst an die Maschine getraut. Dabei ist es tatsächlich gar nicht schwer und nun durfte sogar noch eine weitere Maschine einziehen, die mir das Leben leichter machen soll.

Und da ich nicht nur so im stillen Kämmerlein vor mich hinnähen wollte, habe ich nun beschlossen, das ihr auch an meinen „Abenteuern“ teilhaben sollt und das dies sogar einer eigenen Kategorie auf dem Blog würdig erscheint.

Ich werde viele einfache Projekte für euch suchen und finden, die wir dann gemeinsam nachnähen werden. Ich verspreche euch, dass es wirklich ganz einfach ist und ihr keine Angst vor Nadel und Faden haben braucht. Wenn ich das schaffe, dann schafft ihr das auch 🙂

Grundausstattung

 

Als absolute Grundausstattung benötigt ihr nicht viel. Alles weitere ist nämlich optional und macht euch das Leben leichter, man kann aber auch darauf verzichten.

  • Eine Nähmaschine – Ohne die geht ja eigentlich nichts. Es sei denn, ihr wollt euch stundenlang damit abmühen per Hand ein Stück zusammenzunähen. Die Nähmaschine erspart euch hier einiges, vor allem an Zeit. Natürlich könnt ihr auch erstmal mit einer alten Nähmaschine von Oma oder Mama rumprobieren – ob euch dieses „Hobby“ eigentlich gefällt – allerdings habe ich sehr schnell erkannt, dass ich eine etwas moderne Maschine brauche. Mit der alten hatte ich nämlich leider nur Probleme (evtl hätte sie auch mal eine Grundüberholung gebraucht). Deshalb ist relativ schnell eine moderne Brother eingezogen, die einem sogar noch das lästige einfädeln abnimmt. *
  • Optional: Eine Overlock-Maschine – Wer später einmal viel Klamotten nähen will, der wird auf kurz oder lang nicht an einer Overlock-Maschine vorbeikommen. Denn sie nimmt einem sehr viel Arbeit ab und versäubert die Stoffe gleichzeitig mit dem Zusammennähen. Sogesagt eine 2-in-1-Maschine 😉 Ich habe mich auch hier für eine Brother entschieden, da diese sehr einfach zum Bedienen und auch schön übersichtlich zum Einfädeln ist *. Denn das ist ein bisschen komplizierter als bei einer normalen Nähmaschine, da man mit bis zu 4 Fäden hantieren muss. Dafür ist das Nähergebnis wunderbar und ich nähe derzeit hauptsächlich mit meiner Overlock. Um die normale Nähmaschine komme ich allerdings nicht herum 😉
  • Eine gute Stoffschere – Ich habe sowohl eine ZickZack-Schere als auch eine sehr gute Stoffschere gekauft *. Die ZickZack ist z.B. für Stoffe gut geeignet, die versäubert werden müssen. Allerdings verwende ich viel häufiger meine „normale“ Stoffschere. Diese sollte unbedingt und ausschließlich für Stoffe sein. Schneidet damit bitte nichts anderes außer euren Stoff. Sonst wird sie sehr schnell stumpf und ihr habt keine Freude mehr dran. (Mit einer Friseur-Schere schneidet man ja auch kein Papier 😉 )
  • Faden und Spulen – Für eure Nähmaschine müsst ihr natürlich auch passende Fadenrollen besorgen. Diese könnt ihr entweder gleich beim Kauf eurer Maschine mitnehmen oder in eurem Nähfachgeschäft erwerben. Ich habe derzeit nur weiß und schwarz daheim. Damit ließ sich bisher alles nähen. Aber ich denke, dass meine eigene Kollektion an Fadenrollen in verschiedensten Farben noch zunehmen wird 😉 Achtet bitte auch darauf, die passenden Unterfadenspulen zu kaufen. Sie sollten für eure Maschine gedacht sein. Es muss übrigens nicht zwangläufig schon ein Faden auf diesen Spulen sein. Denn der Unterfaden wird meistens von der Oberfadenrolle abgespult.
  • Stecknadeln und ein magnetisches Stecknadelkissen – Für eure Näharbeiten sind Stecknadeln fast unersetzlich. Ihr braucht sie zum Feststecken der Stoffe an der richtigen Position, zum fixieren der Schnittmuster auf euren Stoffen für Nervenschonendes Ausschneiden etc. Ich habe darauf geachtet, dass ich mir ein magnetisches Stecknadelkissen * dazugekauft habe. So minimiert sich schonmal die Gefahr von verlorengegangenen Stecknadeln und dem berühmtem Pieks in den Finger (Meine Freundin Kathy sagt ja, dass Nähen nicht ohne den Pieks funktioniert.)
  • Optional: Stoffklammern – Ich hefte meine Stoffe nach dem Schneiden statt mit den Nadeln gerne mit Stoffklammern zusammen. Die lassen sich schneller ansetzen und lösen, wenn man dies braucht und minimieren den Pieks 😛
  • Maßband, Handmaß und Lineal – Wer richtig nähen will, braucht natürlich auch ein Maßband, ein Handmaß und ein Geodreieck oder Lineal. Die Funtkionen sind ja eigentlich selbsterklärend, oder?
  • Ein Bügeleisen – Wer vorher noch keins besessen hat, sollte sich jetzt dann eins zulegen. Es ist einfach schöner mit gebügelten Stoffen zu arbeiten. Auch wenn man einmal eine Nahtkante umlegen muss.
  • Eine Rolle Backpapier und einen Bleistift –  Glaubt mir, die werdet ihr brauchen. Das beste Mittel um Schnittmuster abzupausen. Auflegen, abzeichnen, ausschneiden und ihr müsst nicht mal das originale Schnittmuster (das mit viel Mühe zusammengeklebt wurde) zerstören.

 

Das wars auch schon an Grundausstattung. Natürlich braucht ihr nun auch noch Stoffe.

Stoffe – Achtung: Suchtgefahr!

Viele Näherinnen, die ich kennengelernt habe sind auch gleichzeitig süchtig. Und zwar nach Stoffen! Denn es gibt heutzutage eine rieeeeesige Auswahl an schönen Stoffen und es setzt bei manchen ein richtiger Jäger- und Sammlertrieb ein um die besten Stücke zu bekommen. Auch wenn diese zunächst einmal gar nicht vernäht werden, hat man sie zumindest schon einmal Daheim. Und irgendwann kommt auch immer das richtige Projekt für den richtigen Stoff. Wäre ja schade, wenn man dann gerade nicht den passenden Stoff Zuhause hätte, oder? Deshalb horten viele Nähbienen ihre Stoffe in Ikea-Kisten um sie dann bei passender Gelegenheit zu vernähen.

 

Wo aber die hübschen Stöffchen herbekommen?

  1. Aus dem örtlichen Stoffladen – Den müsst ihr euch schon selber suchen, wo der ist.
  2. Onlineshops – Da gibt es unendlich viele Seiten, auf denen man sich die hübschen Stöffchen besorgen kann.
  3. Dawanda und Etsy – Hier gibt es sehr viele Stoffhändler, die immer wieder hübsche Sonderproduktionen haben.
  4. Auf Tauschbörsen und Messen – Es werden auch immer wieder verschiedene Börsen und Messen veranstaltet, auf denen man sich die Stoffe von verschienden Händlern kaufen kann.

 

NähBasics – Grundkurse

Für alle, die leider keine Freundin daheim haben und auch nicht die Lust und Zeit haben einen richtigen Nähkurs im Stoffladen ihres Vertrauens oder an der VHS zu besuchen, gibt es auch die Möglichkeit Online einen Nähkurs zu absolvieren. Hier fehlt eigentlich bloß die Möglichkeit, dass einem jemand mal über die Schulter guckt und notfalls korrigiert. Dafür sind diese Nähkurse aber super beschrieben und jemand der sich da gerne durchfuchst, wird damit wirklich sehr glücklich. Wer lieber jemanden zur Seite stehen hat macht den analogen Kurs in der VHS oder im Stoffgeschäft der Wahl 🙂

Auf lange Sicht werde ich euch hier auch einen kleinen Nähkurs mit Grundlagen zeigen, also stay tuned! 😉

Wer aber direkt loslegen will, der kann auch auf YouTube Näh-Videos ansehen. Vorallem die Dawanda-Nähschule ist hier sehr hilfreich.

 

 

 

Das war es nun erst einmal mit den wichtigsten Grundlagen.

Es folgen in den nächsten Wochen:

  • ein Nählexikon
  • ein Stofflexikon
  • Grundlagen Nähmaschine und Overlock
  • Grundlagen Nähtechniken
  • und erste einfache und auch etwas schwierigere Projekte

Ich hoffe, dass ihr genauso begeistert seid wie ich und schnell mit dem Nähen loslegen wollt. Ich freue mich auf Euch!

 





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3 Kommentare

  1. Ich will auch unbedingt Nähen lernen. 🙂 Wenn nur die Nähmaschine nicht so riesen Klotz in meiner Wohnung wäre… 😉 LG, Uta

    1. So groß ist die gar nicht 🙂 Ich habe zusätzlich zu der Dame auch noch eine Overlock rumstehen und beide sind recht schnell verräumt und stehen auch nicht im Weg 🙂

  2. Oh cool!
    Ich nähe ja schon lange auf meiner uralten Maschine, die macnhmal recht zickig ist und ab und an ein bisschen Zuwendung vom Fachmann braucht… aber eine Overlock ist tatsächlich so langsam notwendig,.. meine Maschine packt Jersey naämlich so gar nicht…
    also bin ich total gespannt auf deinen Beitrag dazu…hab nämlich selbst auch noch nie an einer Overlock gesessen.. das war beim Nähmaschinenführerschein in handarbeiten nich dran (ohne Witz! Ich hab einen Nähmaschinenführerschein!)

    Viele liebe Grüße

    Franzy

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